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Die Stolpersteine in Düsseldorf sind ein Projekt, dass an Düsseldorfer Bürger erinnern soll, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Sie sind teil der Mahn- und Gedenkkultur in Düsseldorf

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 2003 wurde die Idee angeregt, in Düsseldorf sogenannte Stolpersteine als Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus zu verlegen. Ein Initiativkreis im Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte nahm sich der Sache an und bereits am 27. Mai 2003 wurden die ersten zwei Stolpersteine in Bilk verlegt. Die Stolpersteine, die mit einer Messing-Oberfläche und eingravierten Daten besteht, sollen an Einzelschicksale erinnern. Verlegt werden sie vor der Haustüre am jeweils letzt bekannten Wohnort der Opfer, welche deportiert oder in Haft genommen wurden. Deren Schicksale wurden anhand von historischen Unterlagen nachvollzogen. Bis zum Jahr 2013 wurden ca. 240 Stolpersteine im ganzen Stadtgebiet verlegt. Die meisten Opfer, welche auf Stolpersteinen vermerkt sind, waren Juden. Weitere Verfolgte waren Zeugen Jehovas, Kommunisten oder Homosexuelle. Die Realisierung der Stolpersteine wurde durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verwirklicht. Auf den kaum 10cm² großen Messingtäfelchen werden Name, Geburtsjahr, Deportation und Todesjahr bzw. Todesdatum notiert. Diese wurden bewußt vor den letzt bekannten Wohnorten der darauf beschriebenen NS-Opfern platziert, um jeden einzelnen Opfer ihr individuelles Schicksal zuzugestehen.

Reaktionen und KritikBearbeiten

Das Projekt stieß bei einigen auf Kritik. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch bezeichnete es als "unerträglich", dass Namen ermordeter Juden auf Tafeln zu lesen sein, die im Boden eingelassen wurden und auf denen dann "herumgetreten" würde. Zwar sehe sie ein, dass diese Form des Gedenkens "gut gemeint" sei und billige jedem auch eine andere Meinung zu als ihre eigene, dennoch sehe sie das Gedenken auf diese Weise "geschändet und beschmutzt"[1]. Die linksgerichtete taz monierte, dass, zumindest in Hamburg, Stolpersteine mit Nazi-Vokabular benutzt würden[2]. Demnig hatte dort die Tatvorwürfe aus Sicht der Nazis vermerkt. "Volksschädling", "Gewohnheitstäter" oder Tatworfwürfe wie "Plünderung" waren zu lesen. Nach massiver Kritik verzichtete Demnig in Düsseldorf darauf und vermerkte lediglich Geburtsjahr, Sterbedatum sowie Ort der Tötung. Auf die undifferenzierte Kritik der taz, Demnig zeige sich "uneinsichtig", konterte er erbost mit einem offenen Brief, den er im November 2014 während einer Reise in den Niederlanden verfasste. Darin erklärte er eingangs, dass die Begriffe "von der sog[enannten] NS-Justiz" stamme und "Deutsche Geschichte dokumentieren". Er sei "verwundert" und warf den "Schreiberlingen der TAZ, JA, u.a." "schlampige Recherchen" vor sowie den Wunsch, diese Begriffe aus den Geschichtsbüchern löschen zu lassen[3]. Kritik kam in Düsseldorf auch über die Art der Verlegung. Demnig würde diese Steine in kurzer Zeit "reinhämmern" und dann wortlos wieder wegfahren[4]. Rolf Eckers und Ulli Tückmantel von der Westdeutschen Zeitung, welche öfters vom Stolperstein-Projekt berichtete, wägten ein Für und Wider der Stolpersteine ab. Während Rolf Eckers die Stolpersteine im Boden als positiv ansah, da Passanten, die sich die Inschrift durchlesen wollen und sich "unwillkürlich nach vorne" beugen und somit "durchaus als Verbeugung vor den Opfern gesehen werden kann", monierte Ulli Tückmantel, was für ein Andeken das sein soll, dass "die Namen der Ermordeten uniform im Dreck der Straße" verlegt wurden und wies auf die "antisemitische Folklore" hin, "sich beim Stolpern zu beschweren, an der Stolperstelle liege wohl ein Jude begraben" [5]

Liste der StolpersteineBearbeiten

Durch Erweiterung des Opferkreis, welche nicht aufgrund jüdischen Glaubens deportiert oder in Haft genommen wurden, wurden bis Januar 2013 weitere Stolpersteine verlegt. Es sind bis dato 240 Stolpersteine in Düsseldorf verlegt worden.

Einzelnachweise und WeblinksBearbeiten

  1. Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010: Neue Diskussion über die "Stolpersteine"
  2. taz, 20.10.2014: http://www.taz.de/!147981/
  3. stolpersteine.eu: Offener Brief von Gunter Demnig, verfasst im November 2014
  4. Westdeutsche Zeitung, 11.12.2014: Stolpersteine: Ein angemessenes Andenken?
  5. Westdeutsche Zeitung, 11.12.2014: Gegenüberstellung: Das Für und Wider der Stolpersteine