FANDOM


Helena Mechthildis Curtens (* ca. Mai 1722 in Gerresheim; † 19. August 1738 ebenda) war eine Gerresheimer Bürgerin, welche zusammen mit ihrer Nachbarin Agnes Olmans wegen Verdacht der Hexerei auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde.

BiografieBearbeiten

Curtens begleitete im Jahr 1736 ihre Eltern dreimal im Jahr zu einer Wallfahrt nach Kevelaer. Von dieser bringt sie Tücher mit merkwürdigen Insignien mit, die sie, laut eigener Aussage, von einem „Schwarzen Mann“ erhalten habe. Auch berichtet sie später, dass sie den „Schwarzen Mann“ mehrmals gesehen haben will.[1] Im Frühling 1737 wird der Richter Johann Wyrich Sigismundt Schwarz auf Curtens aufmerksam da in der Gerresheimer Bevölkerung Gerüchte und Erzählungen umgehen.

Die Hexenverbrennungen von GerresheimBearbeiten

Im April 1737 wird Curtens inhaftiert und verhört. Sie gibt an, Gott abgeschworen und „dem Theufell zugesagt“, zudem mehrfach eine „Buhlschaft mit dem Schwarzen“ [gehabt] zu haben. Auch beschuldigte sie ihre Nachbarin Agnes Olmans der Komplizenschaft. Schwarz, der als Richter im anstehenden Prozess fungierte und die Einlassungen von Curtens sammelte, gab in einer Randnotiz an, er könne „aber dises nit glauben“. Befragungen von Nachbarn bestärkten nur die Verdächtigungen. Sogar Helenas Vater Casparus Curtens belastete seine damals erst 15-jährige Tochter. Schwarz beendete die Anhörungen und übergab den Fall zur Urteilsfällung nach Düsseldorf ab, wo man auf Hinrichtung durch Verbrennung entscheidet. Die Todesstrafe wurde am 19. August 1738 auf dem Gallberg vollstreckt.

PrivatesBearbeiten

Helena Curtens ist vermutlich im Mai 1722 geboren, als Tochter von Casparus Curtens und Elisabeth Jägers. Helenas Mutter starb im Spätherbst 1729 nach der Geburt des siebten Kindes. Ihr Vater heiratete kurze Zeit später Anna Margarethe Meisenburg, Helenas Stiefmutter, zu der Helena von Anfang an ein gestörtes Verhältnis hat. Helena Curtens bewohnte mit ihren Eltern das Haus Stockengathen (heute: Stockgartensfeld), in direkter Nachbarschaft mit der Familie Olmans.

NachrufBearbeiten

Im Jahr 1989 widmete man beiden Frauen einen Gedenkstein, der an der Ecke Schönau-/Dreherstraße eingeweiht wurde. Zusätzlich hat man diesen zuvor namenlosen Platz im April 2012 Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz benannt.

Nachweise und WeblinksBearbeiten

  1. Memphis1977 auf Beepworld: Kerkerhaft, Folter, Exorzismus und Feuertod – Chronologie der schrecklichen Ereignisse während des Gerresheimer Hexenprozesses 1737/1738, mit Berufung auf Peter Stegt